Grünwerk

Teilzeitpensen waren immer eine Selbstverständlichkeit

Auch Männer können Teilzeit arbeiten.
Auch Männer können Teilzeit arbeiten.

Die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie ist bei Grünwerk, einem in den Bereichen Gartenplanung, Gartenbau und -unterhalt tätigen Winterthurer Unternehmen, seit 20 Jahren selbstverständlich. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Teilzeitpensen. Eine gute Planung von Aufträgen und Einsätzen macht’s möglich.

Rosenstrasse – die perfekte Adresse für ein Gartenbauunternehmen. Im ersten Stock eines ehemaligen Fabrikgebäudes am Rande der Altstadt, direkt am Winterthurer Industriekulturweg, hat Grünwerk seine Büros. An den Wänden im Treppenhaus und im grossen Arbeitsraum hängen Fotos von Gärten, Dachbegrünungen und Grünanlagen, in den Regalen stehen Ordner und Fachbücher über Pflanzen, Gartenplanung und Gartengestaltung. Alte Bülacher Einmachgläser auf einem Wandbrett sind dekorativ mit Blumen und Zweigen gefüllt. Die wetterfesten Jacken an den Kleiderhaken beim Eingang deuten darauf hin, dass bei Grünwerk (meist) im Freien gearbeitet wird.

Wer will, kann Teilzeit arbeiten
Grünwerk, ursprünglich ein Zusammenschluss von vier Betrieben aus den Bereichen Gartenbau, Gartenarchitektur, Natur- und Landschaftsschutz, war bis vor kurzem eine Genossenschaft, hat nun aber die Rechtsform der AG gewählt. Das Unternehmen mit 16 Mitarbeitenden, drei davon Lehrlinge, ist unter anderem spezialisiert auf naturnahe Gärten und Umgebungsgestaltung. Im gleichen Stockwerk hat der Verein Grünwerk seinen Geschäftssitz. Der Verein ist in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Natur und Landschaftsschutz mit Zivildienstleistenden und «Jugend und Natur» engagiert; Projektleiterin bei «Jugend und Natur» ist eine Frau.

Bei Grünwerk wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Selbstverständlichkeit betrachtet. Ein Label als familienfreundliches Unternehmen hat der Kleinbetrieb nicht – dafür mehrere Zertifikate als umwelt- und klimafreundlicher Betrieb. Stefan Nänni, Geschäftsführer und seit der Gründung 1989 bei Grünwerk, sagt: «Wir haben es von Anfang an so gehalten, dass alle unsere Leute Teilzeit arbeiten können, wenn sie es wünschen.» Ausgenommen sind Mitarbeitende mit speziellen Funktionen wie Vorarbeiter. Alle Mitarbeitenden haben einen Arbeitsvertrag mit dem vereinbarten Pensum und werden im Stundenlohn zu branchenüblichen Ansätzen entlöhnt. Neun Angestellte haben Kinder. Einige Männer sind in 80-Prozent-Anstellungen tätig und einen Tag pro Woche für die Familie da; bei den Frauen gibt es unterschiedliche Pensen. Eine Bereichsleiterin, Mitglied des Kaders, ist Mutter geworden. nach dem Mutterschaftsurlaub arbeitete sie vorerst stundenweise und nimmt ihre kleine Tochter zwischendurch auch mal im Kinderwagen mit ins Büro.» An den Teilzeitpensen wird selbst während der gärtnerischen Hochsaison von März bis Juni nicht gerüttelt, nur zusätzliche freie Tage liegen dann aber nicht drin. Teilzeitpensen brauchen eine gute Organisation: Stefan Nänni zeigt einen Wochenplan, wie ihn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeweils am Wochenende per Mail zugestellt erhalten. Man sieht genau, wer an welchem Tag da ist und welche Aufgaben die Teams an welchem Ort übernehmen. Auch der Einsatz von Fahrzeugen und Material steht im Voraus fest. So lässt sich die Arbeit effizient einteilen. Stefan Nänni: «Von den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern braucht es schon eine gewisse Flexibilität; wenn alle beispielsweise an einem Mittwoch ihren freien Tag hätten, kämen wir in Schwierigkeiten. Wenn jemand aber aus familiären Gründen, zum Beispiel wenn ein Kind krank ist, dringend zu Hause bleiben muss, soll das möglich sein. Flexibel sind wir auch bei der Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs und im Administrativbereich bei der Arbeitszeitgestaltung.»

Vereinbarkeit gehört zur sozialen Verantwortung
Im Leitbild von Grünwerk steht: «An der Betriebs- und Arbeitsplatzgestaltung wirken alle Mitarbeitenden als verantwortliche ArbeitnehmerInnen aktiv mit. Grünwerk nimmt soziale Verantwortung wahr.» Dazu gehört die Unterstützung von Aus- und Weiterbildung und die Betreuung der Lehrlinge – zurzeit nur junge Männer, aber das war auch schon anders. «Wenn einer unserer Lernenden mal einen Durchhänger oder auch schulische Schwierigkeiten hat, bekommt er Unterstützung von seinem Ausbildner», sagt Nänni. Und fährt fort: «Wir haben wenig Fluktuation. Auch unsere Kundinnen und Kunden nehmen unsere gute Betriebskultur wahr. Grünwerk-Leute arbeiten motiviert und effizient, und dies wiederum ist nicht zuletzt eine Folge der Arbeitszeitgestaltung und der Freiräume jedes Einzelnen.» (2009/CS - 2010/aktualisiert)

Motiviertes Team.
Motiviertes Team.

Zahlen und Fakten

Grünwerk 
FirmensitzWinterthur
Gründungsjahr1989
Mitarbeitende16
Anzahl Frauen3 im Unternehmen
1 im Kader
0 in der Geschäftsleitung
Teilzeitanstellungen6 im Unternehmen
4 Männer
2 Frauen
Sechs von 16 arbeiten Teilzeit.
Sechs von 16 arbeiten Teilzeit.