Häusliche Gewalt

Gewalt durch eine nahestehende Person zu erfahren, ist etwas vom Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann. Viele Frauen sind von Gewalt in der Paarbeziehung betroffen, eine Minderheit von Männern auch.

Eine von fünf Frauen hat in ihrem Leben schon einmal körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Partner erlebt. Häusliche Gewalt trifft Frauen unabhängig von Bildungsstand, Einkommen, Nationalität, Alter oder Religion. Eine Frau wird mit grösserer Wahrscheinlichkeit von einem Partner verletzt, vergewaltigt oder getötet als von einem unbekannten Fremden.

Das wesentliche Merkmal von Häuslicher Gewalt ist, dass Täter und Opfer in einer emotionalen Beziehung zueinander stehen und meist im gleichen Haushalt leben. Häusliche Gewalt ist ein geschlechtsneutraler Begriff. Untersuchungen belegen, dass auch Männer Gewalt in der Partnerschaft erfahren, die überwiegende Mehrzahl der Opfer sind jedoch Frauen.

Häusliche Gewalt ist keine Privatsache

Häusliche Gewalt ist in der Schweiz seit 2004 ein Offizialdelikt. Das heisst, dass der Staat ein solches Delikt verfolgen muss – auch ohne Einwilligung oder Anzeige der Person, die von der Gewalt betroffen ist.

Seit April 2007 ist im Kanton Zürich das Gewaltschutzgesetz in Kraft. Dank ihm kann die Polizei die gewalttätige Person für eine gewisse Zeit aus der Wohnung weisen und ihr Kontakt und Rückkehr verbieten. Im Kanton Zürich werden solche Massnahmen im Durchschnitt dreimal pro Tag ausgesprochen.

Interventionsstelle gegen Gewalt (IST)

Die Fachstelle für Gleichstellung engagiert sich in Kampagnen gegen häusliche Gewalt. Am Aufbau der kantonalen Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (IST) war die Fachstelle massgeblich beteiligt.