Scheidung

Im Kanton Zürich wird jede zweite Ehe geschieden. Seit Anfang 2000 ist das revidierte Scheidungsrecht in Kraft. Es brachte die grundsätzliche Gleichbehandlung der Geschlechter. In der Praxis zeigen sich aber auch Schwierigkeiten.

Das neue Scheidungsrecht brachte wichtige Neuerungen punkto Gleichstellung der Geschlechter. Die Vorsorgeguthaben, die während der Ehe erworben wurden, werden hälftig unter den Ehepartnern aufgeteilt. Der nacheheliche Unterhalt wird unabhängig vom Verschulden geregelt. Es gibt die Möglichkeit zur gemeinsamen elterlichen Sorge auf gemeinsamen Antrag.

All diese Punkte sind wichtige gleichstellungspolitische Anliegen. Aber bei all diesen Punkten gab es in der Umsetzung auch Schwierigkeiten. Es zeigte sich, dass Lösungen, die Männern wie Frauen gerecht werden, in der Praxis nicht selbstverständlich sind.

Wer sich nicht informiert, riskiert Nachteile

Beispiel Vorsorgeguthaben: Häufig kommt es nicht zu der hälftigen Teilung der Pensionskassenguthaben, wie es im Gesetz vorgesehen ist. Die Betroffenen sind schlecht informiert. Die Gerichte prüfen nicht ausreichend, ob die Vereinbarungen der Eheleute dem Gesetz entsprechen.

Ohne gründliche Information und rechtlichen Beistand enden fast die Hälfte der Scheidungen mit einem Verzicht auf den Vorsorgeausgleich, dies meist zulasten der Frauen. Denn Frauen sind wegen der Lohnunterschiede und häufigem Teilzeiterwerb noch immer die vorsorgeschwächeren Parteien.

Wer sich deshalb ohne Anwältin oder Anwalt scheiden lassen will, sollte sich gut informieren. Ein Verzicht auf die Teilung des Pensionskassenguthabens kann schwerwiegende Folgen für die Existenzsicherung im Alter und bei Invalidität haben.

Veröffentlichung zum Thema

Die Broschüre «Scheidung, Pensionskasse, AHV/IV - Das müssen Sie wissen» gibt Auskunft zu vielen Fragen rund um Sozialversicherungen und Scheidung. Die Broschüre kann bei der Fachstelle für Gleichstellung bestellt werden.