Lohnstudie

Der Kanton Zürich legt eine umfassende Studie über die Löhne in der Zürcher Privatwirtschaft im Jahr 2014 vor. Diese kommt zu interessanten Schlüssen: Die Löhne von ledigen Frauen entwickeln sich ähnlich wie jene der Männer. Deutlich mehr ins Hintertreffen geraten Frauen ab Mitte 30, wenn sie heiraten und familiäre Pflichten übernehmen.

Insgesamt verdienen Männer im Durchschnitt immer noch mehr pro Monat als Frauen, wobei die Unterschiede seit 2008 stetig geringer werden: 2014 waren es 19 Prozent oder 1‘400 Franken Bruttomonatslohn (Median), 2012 21 Prozent und 2008 25 Prozent. Die Analyse beruht auf den Daten der Lohnstrukturerhebung des Bundesamt für Statistik. Bei den neusten Studienergebnissen wird deutlich, dass die Löhne zwischen den Geschlechtern massiv auseinandergehen, sobald die Frau heiratet und familiäre Pflichten übernimmt. Für Ledige beläuft sich der Lohnunterschied über das gesamte Erwerbsleben auf etwas über fünf Prozent, für Verheiratete erreicht er rund 25 Prozent. Die Familiengründung kollidiert bei der Frau mit der für die Karriere- und Lohnentwicklung entscheidenden Phase zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.  

Teilzeitpensen führen zum Lohnknick
Mehr als 60 Prozent der über 35-jährigen erwerbstätigen Frauen sind verheiratet, davon arbeiten 70 Prozent Teilzeit. Teilzeiterwerbstätige Frauen besetzen weniger häufig eine Kaderposition. Zudem erweisen sich Mutterschaft, damit einhergehende Erwerbsunterbrüche, die Arbeitszeitreduktion und geringere zeitliche Flexibilität als Nachteile auf dem Arbeitsmarkt. Sie sind eine wesentliche Ursache des Knicks in der Lohnentwicklung der Frauen.  

Datengrundlage
Die Lohnstudie beruht auf den Daten der Lohnstrukturerhebung (LSE), die vom Bundesamt für Statistik alle zwei Jahre durchgeführt wird. Die LSE ist eine schriftliche Stichprobenerhebung bei schweizweit rund 35'000 privaten und öffentlichen Unternehmen bzw. Verwaltungen. In der Lohnstudie wird lediglich die Zürcher Privatwirtschaft betrachtet.

Bewegung in der Gleichstellung
Die Zahlen und Fakten stellen eine Momentaufnahme dar. Durch regelmässige Aktualisierung zeichnen sich Veränderungen und Trends ab:

2014 betrug die Differenz der Medianlöhne gemäss der Lohnstrukturerhebung 1‘400 Franken. Frauen verdienten im Schnitt 19% weniger als Männer. Die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männer ist somit erheblich, im Vergleich zu früheren Erhebungsjahren ist sie jedoch gesunken: Im Jahr 2008 betrug sie 25% und 2012 noch 21%.

Teilzeitarbeit ist im Kanton Zürich immer noch vorwiegend ein weibliches Phänomen: 18% der erwerbstätigen Männer arbeiten im Kanton Zürich Teilzeit gegenüber 60 % der erwerbstätigen Frauen.