Sport & Geschlecht

Wer übt heute welchen Sport und welche Freizeitaktivitäten aus? Gibt es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, Männern und Frauen? Wie selbstverständlich sind heute Mädchen mit dem Hockeyschläger in der Hand oder Jungen an der Ballettstange?

Sportlichste Mädchengeneration aller Zeiten

Der Wandel der Geschlechterrollen ist heute auch im Sport sichtbar. Sport ist für Mädchen und Frauen – im Gegensatz zu früher – selbstverständlich geworden. Eine Forscherin bezeichnete vor kurzem die heutige Mädchengeneration als die sportlichste aller Zeiten. Auch im Teamsport sind Frauen in grosser Zahl vertreten; so sind heute zum Beispiel rund 12 000 Frauen und Mädchen in der Schweiz als Fussballerinnen aktiv.

Unsportliche Buben haben es schwer

Dennoch machen sich Rollenklischees und traditionelle Rollenerwartungen an Mädchen und Jungen, Frauen und Männer im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung und Sportveranstaltungen manchmal noch stark bemerkbar.

Einige Beispiele zur Illustration:

  • Sportliche, starke Mädchen erfahren heute einerseits Anerkennung, gleichzeitig laufen sie aber immer noch Gefahr, dass ihnen ihre Geschlechtsidentität aberkannt wird. Es wird von ihnen gesagt, dass sie sich wie «richtige Buben» benehmen.
  • Bei Jungen hingegen wird erwartet, dass sie Freude an Wettkampf, Einsatz, Risiko und sportlicher Betätigung haben. Jungen, die weniger sportinteressiert oder -begabt sind, können zu Aussenseitern werden.
  • Mädchen und Frauen bevorzugen tendenziell Breiten- und Freizeitsportarten wie Wandern und Reiten, Yoga und Tanzen, Fitness und Gymnastik. Jungen und Männer hingegen sind eher in den Teamsportarten wie Fussball, Handball, Eishockey und Basketball zu finden.
  • Mit Sport und Sportveranstaltungen werden Frauen- und Männerbilder vermittelt; etwa wenn den Beachvolleyballerinnen vom IOC vorgeschrieben wird, dass sie Bikinis mit knappen Höschen zu tragen haben, während Männer in Bermudas und Leibchen in den Sand dürfen.
  • Athletinnen verdienen in der Regel weniger als ihre männlichen Kollegen, und Frauensportteams in Fussball oder Eishockey haben mehr Mühe als die entsprechenden Männersportteams, finanzielle Unterstützung und Sponsoring zu finden.

Die Fachstelle für Gleichstellung regt dazu an, die Rollenbilder im Sport zu hinterfragen und will Mädchen wie Jungen ein möglichst offene, freie Wahl ihrer sportlichen Betätigung ermöglichen. Sie hat dazu Anregungen für Unterricht zum Thema «Sport und Geschlecht» erarbeitet.