Geschlechterrollen in der Schule

Die Schule ist kein geschlechtsneutraler Ort. Sowohl die Lehrpersonen als auch die Kinder betrachten noch immer ganze Fachbereiche als Domänen, in denen entweder Männer oder Frauen besonders begabt sind.

In Mathematik und Physik sind Buben stark, im Lesen und Französisch die Mädchen: Dass diese Erwartungen in den Köpfen noch immer verankert sind, zeigen aktuelle Forschungen zur Bedeutung des Geschlechts in der Schule. Nicht umsonst werden die Resultate als «Erwartungen in Himmelblau und Rosarot» beschrieben.

Die Überzeugung von Erwachsenen und Kindern, dass es geschlechtsspezifische Begabungen gibt, ist mit entsprechenden himmelblauen oder rosaroten Erwartungen der Lehrerinnen und Lehrer an die Mädchen und Knaben in ihrer Klasse verbunden. Diese wirken sich wiederum auf das Vertrauen in die eigene Leistung und die Motivation der Schülerinnen und Schüler in diesen Fächern aus.

Auswirkungen auf Berufswahl

Aus der Wechselwirkung von geschlechtsspezifischen Erwartungen einerseits und fehlender Motivation und mangelndem Vertrauen andererseits können sich Einschränkungen bei der Berufswahl ergeben: Mädchen wie Buben ziehen bestimmte Berufe und Ausbildungen für sich gar nicht in Erwägung.

Die FFG setzt sich für eine Schule ohne Geschlechterstereotypen ein, damit Mädchen und Buben ihre persönlichen Fähigkeiten und Stärken unabhängig von fest definierten Geschlechterrollen entwickeln können.