Lohn und Mutterschaft, die häufigsten geltend gemachten Diskriminierungsgründe

15.06.2017 - Mitteilung

Zurück zu Aktuell

Lohn, Schwangerschaft und Mutterschaft sind die am häufigsten geltend gemachten Diskriminierungsgründe. Dies zeigt eine neue Studie im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann zu rund 200 Gerichtsentscheiden aus den Jahren 2004 bis 2015. Nach gut 20 Jahren Gleichstellungsgesetz bilanziert sie dessen Wirkung im Alltag.

Im Vergleich zu einer letzten Analyse zum zehnjährigen Jubiläum des Gleichstellungsgesetzes (GlG) von 2005 halten sich Probleme in der Anwendung des Gesetzes hartnäckig, so wird beispielsweise die Verbandsklage als Instrument nach wie vor wenig genutzt. Weiterhin ist die am häufigsten geltend gemachte Diskriminierung die Lohnungleichheit. Darüber hinaus verzeichnet die Studie einen starken Anstieg von geltend gemachten Fällen, in denen es um Diskriminierung aufgrund von Schwangerschaft und Mutterschaft geht. Ob es sich dabei um eine Verschärfung der Diskriminierungsproblematik handelt oder ob sich Frauen heute ganz einfach besser zur Wehr zu setzen wissen, muss im Rahmen der vorliegenden Studie offen bleiben.

Dabei verbietet das GlG, welches 1996 in Kraft trat, Diskriminierung im Erwerbsleben; von der Anstellung über den Lohn, die Weiterbildung und Kündigung bis zur sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz. Die im Auftrag des EBG von der Universität Genf erarbeitete Studie „Analyse der kantonalen Rechtsprechung zum Gleichstellungsgesetz (2004-2015)“ untersucht Gerichts- und Schlichtungsfälle zum GlG und gibt so Aufschluss über die Wirkung des Gesetzes in der juristischen Praxis sowie über mögliche Problembereiche.

Zurück zu Aktuell